STEUERN UND GESELLSCHAFTEN IN MALTA

Malta ist seit 2004 EU-Mitglied und entwickelt sich zunehmend zu einem angesehenen Finanzdienstleistungszentrum, das ein attraktives und wettbewerbsorientiertes Umfeld für internationale Geschäfte und Investitionen bietet. Das vorteilhafte Steuersystem in Malta stützt sich auf ein Abkommen mit der EU und stärkt zusätzlich seine Position als attraktiver Rechtsrahmen für Investoren, die Malta als Basis für internationalen Aktivitäten nutzen möchten. Gesellschaften, die in Malta registriert oder hier ansässig sind, profitieren von einer Reihe von Vorteilen. Dazu gehören vergleichsweise geringe Betriebskosten, eine qualifizierte und mehrsprachige Arbeitnehmerschaft sowie ein umfassendes Netzwerk verschiedener Abkommen, gekoppelt mit zahlreichen weiteren Steueranreizen.

Unter maltesischem Steuerrecht gilt eine Gesellschaft als in Malta ansässig, wenn sie in Malta gegründet wurde oder, falls es sich um eine Personengemeinschaft aus dem Ausland handelt, wenn der Ort der tatsächlichen Leitung und Geschäftsführung in Malta liegt. Die Körperschaftssteuer in Malta liegt bei 35 %. Allerdings wird im maltesischen Anrechnungsverfahren die von der Gesellschaft entrichtete Körperschaftssteuer dem Anteilseigner nach der Dividendenausschüttung voll angerechnet, um so die Doppelbesteuerung der Unternehmensgewinne zu vermeiden. Anteilseigner haben das Recht auf volle Rückerstattung von Steuern, die von der Gesellschaft entrichtet worden sind und die die Steuerpflicht des Anteilseigners übersteigen.

Besteuerung maltesischer Gesellschaften

Um die Einkommensquellen für die Besteuerung zu differenzieren, sieht das maltesische Einkommenssteuerrecht fünf verschiedene Steuerkonten vor. Dabei handelt es sich um das Konto für Abgeltungssteuer (FTA, Final Tax Account), das Grundbesitzkonto (IPA, Immovable Property Account), das Konto für Einkünfte aus dem Ausland (FIA, Foreign Income Account), das maltesische Steuerkonto (MTA, Maltese Taxed Account) und das steuerfreie Konto (UA, Untaxed Account).

Die Zuordnung des zu besteuernden Einkommens zu den verschiedenen Steuerkonten ist ein wichtiger Aspekt des maltesischen Steuersystems, da sich dies direkt auf den Steuererstattungsanspruch des Anteilseigners nach der Dividendenausschüttung auswirkt.

Wenn eine maltesische Gesellschaft Dividenden ausschüttet, entsteht ein Rückerstattungsanspruch auf von der Gesellschaft entrichtete Steuern, sofern die zugrunde liegenden Gewinne dem Steuerkonto für Einkünfte aus dem Ausland (FIA) oder dem maltesischen Steuerkonto (MTA) zugeordnet werden können. Bei Dividendenausschüttungen, die auf Einkünfte des Kontos für Abgeltungssteuer (FTA), des Grundbesitzkontos (IPA) oder des steuerfreien Kontos (UA) zurückzuführen sind, entstehen keinerlei Rückerstattungsansprüche für den Anteilseigner.

Zu den Gewinnen, die dem Konto für Abgeltungssteuer (FTA) zugeordnet werden, gehören Erträge, die mit der Quellensteuer belastet wurden, Gewinne aus Kapitalerträgen durch mit der Grunderwerbssteuer belasteten Grundbesitz, Investmenterträge sowie Gewinne, für die aufgrund verschiedener gesetzlich vorgesehener Steuererleichterungen Gutschriften geltend gemacht werden können. Gewinne, die dem Grundbesitzkonto (IPA) zugeordnet werden, sind diejenigen Gewinne, Erträge oder Einkünfte, die direkt oder indirekt auf den Besitz von Grundeigentum in Malta zurückzuführen sind.

Die Handelserträge oder passiven Einkünfte einer Gesellschaft, die nicht dem Konto für Abgeltungssteuer (FTA) oder dem Grundbesitzkonto (IPA) zugeordnet werden, sind entsprechend der jeweiligen Einnahmequelle entweder dem Konto für Einkünfte aus dem Ausland (FIA) oder dem maltesischen Steuerkonto (MTA) zuzuordnen. Durch Dividendenausschüttungen, die auf Einkünfte des maltesischen Steuerkontos (MTA) oder des Kontos für Abgeltungssteuer (FIA) zurückzuführen sind, entstehen Rückerstattungsansprüche auf Steuern, die durch die in Malta registrierte Gesellschaft entrichtet wurden (dazu gehören ggf. auch Niederlassungen einer Gesellschaft in Malta). Die Steuerrückerstattungen werden an Anteilseigner ausgezahlt, die eigens zu deren Erhalt registriert worden sind, und das Ausmaß der auf diese Weise erhaltenen Steuerrückerstattungen ist abhängig von der Art und der Quelle der durch die maltesische Betriebsgesellschaft erzielten Einkünfte.

„Participating Holding“

Eine Beteiligung an einer Gesellschaft gilt als „Equity Holding“, wenn dem Anteilseigner mindestens zwei der nachfolgend genannten Rechte zustehen:

  • Das Stimmrecht;

  • Das Recht auf Gewinnausschüttung (an die Anteilseigner);

  • Das Recht auf die Ausschüttung von Vermögenswerten im Falle der Liquidation der Gesellschaft;

Die Beteiligung nach dem Prinzip „Equity Holding“ an Gesellschaften und Kommanditgesellschaften, deren Kapital in Anteile aufgeteilt ist, gilt wiederum als „Participating Holding“, sofern eine der nachfolgenden Bedingungen erfüllt sind:

  • Eine Gesellschaft ist Teilhaber von mindestens 10 % des Stammkapitals einer Gesellschaft, deren Kapital ganz oder teilweise in Anteile aufgeteilt ist, und die Beteiligung verleiht dem Anteilseigner mindestens zwei der nachfolgenden Rechte:

  1. mindestens 10 % Stimmrechtsanteil;

  2. mindestens 10 % der verfügbaren Gewinnausschüttung; und

  3. mindestens 10 % der verfügbaren Ausschüttung von Vermögenswerten im Falle der Liquidation; oder

  • eine Gesellschaft ist nach dem Prinzip „Equity Holding“ Anteilseigner einer Gesellschaft und ist auf Wunsch berechtigt, alle Anteile, die nicht ihrem Besitz stehen, abzurufen und zu erwerben, insoweit dies dem gesetzlich festgelegten Rahmen des Landes entspricht, in dem die Anteile gehalten werden; oder

  • eine Gesellschaft ist nach dem Prinzip „Equity Holding“ Anteilseigner einer Gesellschaft und verfügt im Falle der Liquidation der zuletzt genannten Gesellschaft über das Vorkaufsrecht für alle Anteile dieser Gesellschaft, über die sie noch nicht verfügt; oder

  • eine Gesellschaft ist nach dem Prinzip „Equity Holding“ Anteilseigner einer Gesellschaft und ist berechtigt, im Vorstand („Board“) der zuletzt genannten Gesellschaft vertreten zu sein, oder eine Person als Geschäftsführer („Director“) in den Vorstand dieser Gesellschaft zu berufen; oder

  • eine Gesellschaft ist nach dem Prinzip „Equity Holding“ mit einer Beteiligung im Gesamtwert von mindestens 1.164.000 € (oder dem Gegenwert in einer Fremdwährung) zum Zeitpunkt des Erwerbs Anteilseigner einer Gesellschaft und verfügt während eines ununterbrochenen Zeitraums von mindestens 183 Tagen über diese Beteiligung; oder

  • eine Gesellschaft ist nach dem Prinzip „Equity Holding“ Anteilseigner einer Gesellschaft und die Beteiligung dient lediglich der Förderung des eigenen Geschäftszwecks und nicht als Handelsbestand zum Zwecke des Aktienhandels.

Hierbei gelten bestimmte Regelungen zur Vorbeugung von Missbrauch, die vorsehen, dass die nicht ansässige Gesellschaft zumindest eine der nachfolgend genannten Bedingungen erfüllt:

  • Die Gesellschaft ist in der EU ansässig oder wurde dort gegründet; oder

  • Die Gesellschaft untersteht einer ausländischen Steuerpflicht von mindestens 15 %; oder

  • Die Gesellschaft bezieht höchstens 50 % ihrer Einkünfte aus passiven Zinsen und Lizenzgebühren.

Wenn die oben genannte Prüfung zu einem negativen Ergebnis führt, müssen die beiden folgenden Bedingungen erfüllt sein:

  • Bei der Beteiligung der in Malta ansässigen Gesellschaft darf es sich nicht um eine „Portfolioinvestition“ handeln;

  • Die nicht ansässige Personengemeinschaft oder deren passives Einkommen darf nicht durch eine ausländische Besteuerung von weniger als 5 % belastet worden sein.

Beteiligungen maltesischer Gesellschaften an Kommanditgesellschaften, deren Kapital nicht in Anteile aufgeteilt ist, gilt als „Participating Holding“, sofern eine der oben genannten Bedingungen erfüllt ist.

Eine Beteiligung gilt nicht als „Equity Holding“ wenn es sich dabei um eine Beteiligung an einer Grundbesitzgesellschaft („property company“) handelt. Als Grundbesitzgesellschaft gilt eine Gesellschaft, die im Besitz von Grundeigentum in Malta ist oder über Rechte daran verfügt, oder eine Gesellschaft die direkt oder indirekt an einer Personengemeinschaft beteiligt ist, die im Besitz von Grundeigentum ist. Diese Definition gilt nicht für Gesellschaften, die in Malta Handel oder Geschäfte betreiben und im Besitz von Produktionsstätten, Lagerstätten oder Bürogebäuden sind, die ausschließlich zur Ausführung dieser Geschäfte genutzt werden, sofern der genannte Grundbesitz nicht mehr als 50 % der gesamten Vermögenswerte der Gesellschaft ausmacht und sofern die Gesellschaft keinerlei Aktivitäten mit daraus resultierenden Einkünften ausführt, die direkt oder indirekt auf den Besitz von Grundeigentum zurückzuführen sind.

Steuerbefreiung für Mehrerlöse aus Beteiligungen – „Participation Exemption“

Für Mehrerlöse aus Beteiligungen nach dem Prinzip „Participating Holding“ oder aus der Veräußerung solcher Beteiligungen gilt die Regelung „Participation Exemption“, die dazu dient, Dividenden und Einkünfte aus diesbezüglichen Beteiligungen von der Besteuerung freizustellen. Mehrerlöse aus Beteiligungen nach dem Prinzip „Participating Holding“, für die eine solche Steuerbefreiung geltend gemacht werden kann, müssen nicht in der Einkommenssteuererklärung der Gesellschaft aufgeführt werden.

Die Gesetzgebung zur „Participation Exemption“ wurde vor kurzem geändert und schließt nun auch die Veräußerung von Beteiligungen an einer maltesischen Gesellschaft ein. Eine maltesische Holdinggesellschaft kann die Anteile an einer maltesischen Betriebsgesellschaft nun in Malta steuerfrei übertragen.

Bei Mehrerlösen aus Beteiligungen nach dem Prinzip „Participating Holding“, für die demnach die „Participation Exemption“ zur Geltung kommt, kann wahlweise auch die anfallende Steuer entrichtet werden und eine Steuerrückerstattung in voller Höhe geltend gemacht werden.

Dividenden oder Gewinne aus Beteiligungen nach dem Prinzip „Participating Holding“ oder aus der Übertragung solcher Beteiligungen sind in Malta von der Einkommensteuer befreit. Für Dividenden aus Beteiligungen nach dem Prinzip „Participating Holding“, die ab einschließlich 1. Januar 2007 erworben worden sind, gilt die Steuerbefreiung nur dann, wenn sie die oben beschriebenen Bestimmungen zur Vorbeugung von Missbrauch erfüllen. Dieselben Bestimmungen zur Vorbeugung von Missbrauch gelten seit 1. Januar 2011 auch für Beteiligungen, die vor dem 1. Januar 2007 erworben wurden.

Steuerrückerstattungen

Nach Erhalt der Dividende von der in Malta ansässigen Gesellschaft entsteht für die Anteilseigner ein Anspruch auf Rückerstattung von 6/7 des gesamten entrichteten Steuerbetrages (einschließlich der im Ausland entrichteten Steuer). Die Gesamterstattung beschränkt sich jedoch auf die in Malta entrichtete Steuer, sodass die effektiv entrichtete Steuerquote bei maximal 5 % liegt.

Erfolgt die Dividendenausschüttung aus Erträgen, die aus passiven Zinsen oder Lizenzgebühren erzielt wurden, so wird die Steuerrückerstattung auf 5/7 des gesamten in Malta entrichteten Steuerbetrages reduziert.

Passive Zinsen oder Lizenzgebühren sind Erträge aus solchen Zinsen oder Lizenzgebühren, die nicht direkt oder indirekt durch Handel oder andere Geschäfte der Gesellschaft erzielt werden und die im Ausland nicht einer Besteuerung von unter 5 % unterliegen (direkt oder durch Quellensteuer).

Die Steuerrückerstattung in Höhe von 6/7 und 5/7 des entrichteten Steuerbetrages kommt nicht zur Geltung, wenn die Dividende aus Erträgen ausgeschüttet wird, die dem Konto für Abgeltungssteuer (FIA) zugeordnet werden und für die die Gesellschaft eine Befreiung von der Doppelbesteuerung beansprucht hat.

Eine Steuerrückerstattung in Höhe von 2/3 des entrichteten Gesamtsteuerbetrags wird gewährt, wenn die in Malta ansässige Gesellschaft, die eine Dividende ausgeschüttet hat, eine Befreiung von der Doppelbesteuerung beansprucht hat, die nicht dem „Flat Rate Foreign Tax Credit“ (FRFTC, Freistellung von der internationalen Doppelbesteuerung) entspricht. Sollte die Gesellschaft den „Flat Rate Foreign Tax Credit“ (FRFTC) beansprucht haben, wird der Betrag der Steuerrückerstattung nicht anhand der entrichteten Gesamtsteuer, sondern lediglich anhand in Malta entrichteten Steuer berechnet. Durch den FRFTC wird die ursprüngliche Körperschaftssteuer von 35 % auf 18,75 % reduziert (vor Abzug der Steuerrückerstattung).

Steuerrückerstattungen werden anhand der Steuerbelastung vor Abzug der Steuererleichterungen durch Abkommen, Freistellungen des Commonwealth oder sonstige unilaterale Regelungen berechnet. Demnach kann auch die im Ausland entrichtete Steuer für die Steuerrückerstattung angerechnet werden, sofern der Höchstbetrag für die Erstattung den in Malta entrichteten Steuerbetrag nicht übersteigt. Im Falle des FRFCT werden Steuerrückerstattungen ausschließlich anhand der in Malta entrichteten Steuer berechnet.

Beansprucht eine in Malta ansässige Gesellschaft beispielsweise im Rahmen des FRCT eine Freistellung von der internationalen Doppelbesteuerung, so beträgt die Steuerrückerstattung 2/3 der in Malta entrichteten Steuer, wodurch sich ein effektiver Steuersatz von 6,25 % ergibt. Die Freistellung im Rahmen des FRCT ist eine der vier möglichen Formen der Doppelbesteuerungsentlastung unter maltesischer Rechtssprechung.

Eine Steuerrückerstattung wird dann fällig, wenn der geprüfte Jahresabschluss der Gesellschaft, aus dem die Dividendenausschüttung hervorgeht, sowie die Einkommenssteuererklärung beim Finanzamt eingereicht wird. Die Steuerrückerstattung wird innerhalb von 14 Tagen nach Ausführung der Steuerzahlung durch die Gesellschaft und Einreichung eines Antrags auf Rückerstattung beim Finanzamt in der gleichen Währung ausgezahlt, in der die Steuer entrichtet wurde. Auf diese Weise werden Wechselkursrisiken vermieden.

Um Liquiditätsprobleme zu minimieren, wird die Steuer auf Gewinne, die dem Konto für Abgeltungssteuer (FIA) zugeordnet werden entweder erst erhoben, nachdem diese ausgeschüttet wurden, oder 18 Monate nach Ende des relevanten Abrechnungszeitraums, je nachdem, welcher Zeitpunkt früher liegt.

Unter Umständen ist für den Anteilseigner einer in Malta ansässigen Gesellschaft ein zweistufiges Strukturmodell von Vorteil, das aus einer Holdinggesellschaft und einer Tochtergesellschaft besteht. Die Tochtergesellschaft kann sowohl Handels- als auch Investmentaktivitäten durchführen. Dieses Modell bietet die Möglichkeit, sowohl Dividendenausschüttungen als auch Steuerrückerstattungen der Holdinggesellschaft gutzuschreiben, anstatt die Dividenden direkt an die nicht in Malta ansässigen Anteilseigner auszuzahlen. Eine unmittelbare Steuerpflicht in dem Land, in dem die Anteilseigner ansässig sind, kann so vermieden werden. Hierbei kann die so entstandene „Vermittlergesellschaft“ von den nicht in Malta ansässigen Anteilseignern auch für weitere Investmentaktivitäten eingesetzt werden.

Maltesische Gesellschaften, die internationale Aktivitäten ausführen, sind zu einer steuerfreien Übertragung von Anteilen berechtigt („exempt from duty on documents“). Zudem werden Kapitalerträge nicht ansässiger Personen aus der Übertragung von Anteilen an maltesischen Gesellschaften in Malta nicht besteuert, sofern die Vermögenswerte der Gesellschaft grundsätzlich nicht aus dem Besitz von Grundeigentum resultieren.

Freistellung von der internationalen Doppelbesteuerung in Malta

Malta erhebt keine Quellensteuer auf ausgehende Dividenden, Zinsen und Lizenzgebühren, ungeachtet des steuerlichen Status oder Wohnsitzes des Begünstigten. Einkünfte aus dem Ausland können jedoch mit der Quellensteuer oder anderer Steuern im Ausland belastet werden. Um eine Doppelbesteuerung möglichst zu vermeiden, sieht das maltesische Finanzrecht daher vier verschiedene Formen der Freistellung von der Doppelbesteuerung vor.

Malta hat über 50 Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen, die zumeist auf dem Musterabkommen der OECD basieren, und die eine Freistellung von der Doppelbesteuerung gewähren. Diese Freistellung kann außerdem durch die Anwendung von Regelungen innerhalb des Commonwealth, anhand des FRFTC oder sonstiger unilaterale Regelungen erreicht werden.

Die Freistellung durch Regelungen des Commonwealth kann geltend gemacht werden, wenn kein anderes Doppelbesteuerungsabkommen zur Anwendung kommt. Hierbei handelt es sich um eine eingeschränkte Form der Freistellung, die auf innerhalb des Commonwealth entrichtete Steuern anwendbar ist, und die nur unter dem Vorbehalt der Gegenseitigkeit geltend gemacht werden kann.

Die Freistellung durch unilaterale Regelungen kommt zur Anwendung, wenn Einkünfte aus einem Land, mit dem Malta kein Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen hat, mit einer ausländischen Steuer belegt werden und eine Freistellung durch Regelungen des Commonwealth nicht anwendbar ist. Die ausländische Steuerbelastung wird dem brutto Steueraufwand in Malta gutgeschrieben; diese Gutschrift kann jedoch nicht höher sein, als der in Malta zu entrichtende Steuerbetrag.

Für mehrstufige Strukturmodelle, die sowohl maltesische als auch nicht ansässige Gesellschaften einschließen, wurde die Freistellung von der Doppelbesteuerung der Gewinne, aus denen eine Dividendenausschüttung erfolgt, erweitert, um Steuerbelastungen innerhalb Maltas einzuschließen. Gesellschaftsstrukturen, die eine maltesische Holdinggesellschaft einschließen, deren Tochtergesellschaft oder weiter untergeordnete Gesellschaft nicht in Malta ansässig ist, und die der maltesischen Besteuerung unterliegt, sind jetzt zu einer Freistellung von der maltesischen Besteuerung der direkten oder indirekten Tochtergesellschaft berechtigt.

Um eine Freistellung von der Doppelbesteuerung durch ein Doppelbesteuerungsabkommen, eine Regelung des Commonwealth oder eine unilaterale Regelung zu beanspruchen, muss der Begünstigte gegenüber dem Finanzamt nachweisen können, dass die Einkünfte aus dem Ausland stammen und mit einer ausländischen Steuer belegt wurden, deren genauer Betrag ebenfalls nachgewiesen werden muss.

Der FRFTC („Flat Rate Foreign Tax Credit“) kommt zur Anwendung, wenn alle anderen Formen der Freistellung von der Doppelbesteuerung nicht anwendbar sind. Bei dieser Methode wird kein Nachweis für ausländische Steuerbelastungen benötigt. Diese Form der Freistellung kann von maltesischen Gesellschaften geltend gemacht werden, die Einkünfte und/oder Kapitalerträge aus dem Ausland erzielen, die dem Konto für Abgeltungssteuer (FIA) zugeordnet werden. Der FRFTC wird mit 25 % der im Ausland erzielten Bruttoeinkünfte der Gesellschaft berechnet. Die Einkünfte zuzüglich der Gutschrift und nach Abzug der abzugsfähigen Aufwendungen unterliegen der vollen Belastung durch die maltesische Einkommenssteuer (35 %), mit Ausnahme des geltenden Freibetrages.

An diesem Beispiel ist ersichtlich, dass die Körperschaftssteuer auch unter Ausschluss von Aufwendungen von 35 % auf einen effektiven Steuersatz von 18,75 % auf das Nettoeinkommen reduziert werden kann. Nach der Gewinnausschüttung kommen Steuerfreistellungen und Steuerrückerstattungen zur Anwendung, die den effektiven Steuersatz auf 6,25 % oder gar niedrigere Werte absenken.

 

 

Passive Income

Trading

 

Income

 

having participating holding (PH)

having PH claims FRFTC

(no PH) claims FRFTC

Passive

 

Interests

& Royalties

 

 

 

 

 

Company

 

 

 

 

 

 

Profit before tax

10,000

10,000

10,000

10,000

10,000

 

 

 

 

 

 

Gross up for the FRFTC

2,500

2,500

 

 

 

 

 

 

 

10,000

12,500

12,500

10,000

10,000

 

 

 

 

 

 

Tax at 35%

3,500

4,375

4,375

3,500

3,500

 

 

 

 

 

 

Credit for the FRFTC

 

(2,500)

(2,500)

 

 

 

 

 

Tax payable

3,500

1,875

1,875

3,500

3,500

 

 

 

 

 

 

Shareholder

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gross dividend

10,000

10,000

10,000

10,000

10,000

 

 

 

 

 

 

Tax charged at 35%

3,500

3,500

3,500

3,500

3,500

 

 

 

 

 

 

Credit for tax

3,500

3,500

3,500

3,500

3,500

 

full

full

2/3

5/7

6/7

 

 

 

 

 

 

Refund of company tax to stakeholders

3,500

1,875

1,250

2,500

3,000

 

 

 

 

 

 

Effective

0%

0%

6.25%

10%

5%

Tax Rate

Freistellung für Lizenzgebühren von Patenten

Lizenzgebühren und ähnliche Einkünfte, die auf Patente anerkannter Erfindungen zurückzuführen sind, sind unter bestimmten Umständen von der maltesischen Einkommenssteuer befreit. Die Freistellung ist unabhängig davon, ob die betreffenden Einkünfte in Malta oder im Ausland erzielt werden. Ferner ist es nicht entscheidend, ob es sich bei den erzielten Einkünften um Handelserträge oder passive Einkünfte handelt. Einkünfte aus Lizenzgebühren, die als Dividende ausgeschüttet werden, sind zudem auf Ebene der Anteilseigner von der Besteuerung befreit.

Niederlassungen

Die maltesische Rechtssprechung bietet für Gesellschaften, die im Ausland gegründet wurden oder mit Sitz im Ausland registriert sind, die Möglichkeit, ihre Geschäfte in Malta durch eine Niederlassung oder Geschäftsstelle in Malta ausführen zu lassen. Dies ist eine sinnvolle Alternative für Gesellschaften, die eine Erweiterung des eigenen Konzerns durch eine Niederlassung in Malta der Gründung einer separaten Rechtseinheit vorziehen. Eine Niederlassung in Malta gilt infolgedessen als eine in Malta registrierte Gesellschaft.

Diese Struktur impliziert, dass die Niederlassung einer solchen Auslandsgesellschaft („overseas company“) als permanente Betriebsstätte anerkannt und steuerlich belastbar ist. Eine Niederlassung in Malta ist ausschließlich für in Malta erzielte Einkünfte oder für im Ausland erzielte aber in Malta erhaltene Einkünfte steuerpflichtig. Das Einkommen der Niederlassung wird zu demselben Steuersatz besteuert, wie dasjenige einer maltesischen Gesellschaft, wobei die Berechnung des Einkommens mit der Berechnung für eine ansässige Gesellschaft identisch ist. Die Anteilseigner der Auslandsgesellschaften haben gegebenenfalls Anspruch auf Steuerrückerstattungen, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt werden. Darüber hinaus sind alle steuerlichen Vergünstigungen die für maltesische Gesellschaften gelten auch für Niederlassungen anwendbar.

Ferner ist zu beachten, dass die Gewinnausschüttung einer Niederlassung, die weder in Malta gegründet, noch dort ansässig ist, ausschließlich aus solchen Erträgen erfolgen kann, die nach Abzug der Erträge aus vorhergehenden Jahren auf die Geschäftstätigkeit der maltesischen Niederlassung zurückzuführen sind.

Verlegung des Firmensitzes einer Gesellschaft nach Malta / Fortführung einer Gesellschaft in Malta

Nach maltesischem Gesellschaftsrecht können im Ausland ansässige Gesellschaften ihren Firmensitz nach Malta verlegen oder umgekehrt. Gesellschaften, die ihren Firmensitz nach Malta verlegen, werden als ansässige Gesellschaft in Malta registriert und müssen an ihrem vorhergehenden Rechtsstandort nicht aufgelöst und liquidiert werden.

Gesellschaften können unter den nachfolgend genannten Bedingungen ihren Sitz nach Malta verlegen:

  • Die Verlegung ist nach Rechtssprechung des vorhergehenden Standorts zulässig;

  • die Gesellschaft ist laut ihrer Satzung oder des Gesellschaftsvertrags dazu berechtigt;

  • es kann nachgewiesen werden, dass die zuständigen Behörden des vorhergehenden Rechtsstandorts über die Verlegung des Firmensitzes informiert wurden;

  • die Anteilseigner, Obligationäre und Gläubiger der Gesellschaft haben der Verlegung des Firmensitzes mit der am vorhergehenden Rechtsstandort rechtlich vorgesehenen Mehrheit zugestimmt; und

  • die Registrierungsgebühren wurden in Malta bezahlt. Diese Gebühren richten sich nach der Höhe des genehmigten Stammkapitals der Gesellschaft und sind von Fall zu Fall unterschiedlich.

Bei der Fortführung („Continuation“) einer Gesellschaft in Malta wird keine neue Rechtseinheit geschaffen, sondern die Gesellschaft wird einschließlich aller Vermögenswerte, Rechte, Verbindlichkeiten und Verpflichtungen in Malta ansässig.

Nach Abschluss der Ansiedlung der Gesellschaft ist diese im Sinne des maltesischen Einkommenssteuerrechts in Malta ansässig. Für die Ansiedlung der Gesellschaft in Malta werden keine Steuern oder sonstigen Abgaben erhoben. Darüber hinaus werden mit Wertstellung am Tag der Ansiedlung noch nicht ausgeschüttete Gewinne dem steuerfreien Konto (UA) der Gesellschaft zugeordnet, außer im Falle des seltenen Umstandes, dass diese bereits zu einem früheren Zeitpunkt durch maltesische Besteuerung belastet wurden. Eine Dividendenausschüttung an nicht ansässige Anteilseigner aus Erträgen, die dem steuerfreien Konto (UA) der Gesellschaft zugeordnet werden, ist auf Ebene der Anteilseigner steuerfrei und sollte nicht offengelegt werden. Die Gesellschaft kann als für steuerliche Zwecke in Malta ansässiges Unternehmen von Maltas umfassendem Netzwerk an Doppelbesteuerungsabkommen sowie von weiteren Formen der Freistellung von Doppelbesteuerung profitieren und gegebenenfalls verschiedene Befreiungen in Anspruch nehmen. Dazu gehört beispielsweise die Steuerbefreiung für Beteiligungserlöse aus bestimmten Dividenden und Kapitalerträgen aus dem Ausland („Participation Exemption“). Ferner sind Einkünfte aus dem Ausland, die nicht nach Malta überwiesen werden sowie Kapitalerträge aus dem Ausland in Malta nicht steuerpflichtig.

Gründung einer Gesellschaft in Malta

Registrierungsverfahren

Die „Memorandum and Articles of Association“ (Satzung und Gesellschaftsvertrag) müssen beim „Registry of Companies“ (maltesischen Handelsregister) eingereicht und die Registrierungsgebühren bezahlt werden. Diese Gebühren werden anhand einer Berechnungstabelle ermittelt und richten sich nach der Höhe des genehmigten Stammkapitals der Gesellschaft. Sie können zwischen 245 € (bei einem genehmigten Stammkapital von bis zu 1.500 €) und 2.250 € (bei einem genehmigten Stammkapital ab 2.500.000 €) liegen. Das Handelsregister stellt daraufhin die Registrierungsurkunde aus, die für den Beginn der Geschäftstätigkeit der Gesellschaft von Nöten ist.

Kapitalbedarf

Im Falle einer „private limited liability company“ (vergleichbar mit der deutschen GmbH) liegt das gesetzliche Mindestkapital bei 1.250 € (oder dessen Gegenwert in einer Fremdwährung), wobei zumindest 20 % dieses Kapitals bei der Zeichnung eingezahlt und auf einem Bankkonto hinterlegt werden muss, das auf den Namen der Gesellschaft lautet.

Director und Company Secretary

Eine maltesische Gesellschaft muss über mindestens einen „Director“ verfügen, der in bestimmten Fällen auch als Company Secretary handeln kann. Bei dem Director kann es sich auch um eine Körperschaft handeln, wobei es sich jedoch bei dem Company Secretary um eine Einzelperson handeln muss (eine Ausnahme bilden hierbei Anlagefonds).

Anteilseigner

Obwohl laut rechtlichen Vorgaben die Gesellschaft mindestens zwei Anteilseigner haben muss, ist es unter bestimmten Bedingungen möglich, die Gesellschaft mit nur einem Anteilseigner zu registrieren. Bei den Anteilseignern kann es sich sowohl um Einzelpersonen als auch um Körperschaften handeln. Eine Hauptversammlung unter Anwesenheit mindestens eines der Mitglieder ist jährlich abzuhalten.

Die Anteile können auch von einem autorisierten Treuhänder gehalten werden, wobei die Identität der wirtschaftlichen Eigentümer geheim bleibt.

Geschäftssitz der Gesellschaft

Eine in Malta registrierte Gesellschaft muss ihren Geschäftssitz in Malta haben. Falls benötigt, stellen wir Ihnen die benötigten Büroräume zur Verfügung.

Zeitaufwand für die Gründung

Der Zeitaufwand für das Gründungsverfahren liegt üblicherweise unter einer Woche, gesetzt den Fall, dass alle benötigten Informationen, Dokumente und Mittel zur Verfügung stehen.

Jahresmeldung und jährliche Registrierungsgebühr der Gesellschaft

Eine Jahresmeldung ist jährlich beim maltesischen Handelsregister einzureichen. Dies umfasst eine Liste der Namen und persönlichen Angaben der Stellvertreter und Anteilseigner der Gesellschaft sowie Informationen über die Kapitalstruktur und eventuelle Änderungen, die sich im Laufe des Jahres ergeben haben. Die jährliche Registrierungsgebühr richtet sich nach der Höhe des genehmigten Stammkapitals der Gesellschaft und kann zwischen 100 € (bei einem genehmigten Stammkapital von bis zu 1.500 €) und 1.400 € (bei einem genehmigten Stammkapital ab 2.500.000 €) liegen.

Buchhaltung

Alle in Malta registrierten Gesellschaften müssen offizielle Jahresabschlüsse führen, die durch einem amtlich zugelassenen Wirtschaftsprüfer zu prüfen sind. Die geprüften Jahresabschlüsse müssen den Steuerbehörden und dem maltesischen Handelsregister jährlich vorgelegt werden. Unter bestimmten Umständen kann eine Gesellschaft eine gekürzte Fassung des Jahresabschlusses beim Handelsregister einreichen.

 

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